Der Männertag auf der Hensoltshöhe Mitte Juni richtete sich unter dem Motto „Auftanken statt ausbrennen“ an Männer, die mit hohen Belastungen in verschiedenen Lebensbereichen umgehen und gab auch Hinweise zu Schutzmaßnahmen vor Belastungen in Beruf, Ehrenamt und Familie. Der Einladung der drei Gastgeber Geistliches Zentrum Hensoltshöhe, Hensoltshöher Gemeinschaftsverband und Dekanat Gunzenhausen folgten 135 Männer. Als Referent kam der Diplom-Psychologe Bernd Hildner, der zusammen mit seiner Frau eine Praxis für Psychotherapie und christliche Seelsorge betreibt. Der Psychologe machte deutlich, dass Burnout typischerweise Menschen im mittleren Alter betreffe, die in ihrer Lebensphase häufig viel Verantwortung übernähmen, hohe Ansprüche an sich selbst stellten und sich mit großem Einsatz engagierten. Ein Problem sieht Hildner darin, dass viele Betroffene erst in Beratung oder in die Praxis kommen, wenn es schon fast zu spät ist. Er machte jedoch auch Mut und betonte, dass vollständige Wiederherstellung nach einem Burnout möglich sei. Der Weg dorthin erfordere allerdings Zeit. Hildner nannte einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zwei Jahren.
Burnout-Prävention durch bewusste Grenzen und rechtzeitiges Handeln
Diese lange Phase könne man sich durch rechtzeitige Prävention ersparen. Denn die Anzeichen von Burnout könne man früh erkennen und gegensteuern. Hildner nannte Erschöpfung, innere Unruhe, körperliche Beschwerden, Gereiztheit und Unzulänglichkeitsgefühle. Auch depressive Verstimmungen und Ängste gehören zu den Symptomen. Bei den Ursachen machte er deutlich, dass meist mehrere Faktoren zusammenkämen. Dazu zählen hohe Arbeitsbelastung, fehlende Wertschätzung und ständige Erreichbarkeit. Auch Unterforderung, hohe Ansprüche an sich selbst, mangelnde Abgrenzung, familiäre Belastungen und das Leugnen eigener Grenzen nannte der Psychologe als dem Burnout vorausgehende Faktoren.
Darüber hinaus brachte er auch geistliche Fragen zur Sprache, etwa wenn Arbeit im kirchlichen Kontext überhöht, oder ein Dienst mit falschen Erwartungen verbunden werde. Der Nachmittag stand im Zeichen der Widerstandsfähigkeit im Umgang mit Krisen und Belastungen. Zu den praktischen Präventionsmaßnahmen, die Hildner benannte, gehören unter anderem: das Leben zu verlangsamen, „Nein“ sagen zu lernen und gesunde Abgrenzung einzuüben. Auszeiten bewusst gestalten, Stressmanagement ernst nehmen und Aufgaben delegieren seien weitere Maßnahmen. Auch geistliche Ressourcen wie Gebet, Bibellesen, der zentrale Jesus-Bezug bei Christen und der Sonntag als Ruhetag wurden einbezogen. Unter dem Strich gelte, betonte der Referent, dass man das Gute tun dürfe, aber begrenzt und darüber hinaus Ausgleich und Erholung brauche.
Die Nürnberger Band Ebenbild und Workshops prägen das Programm
Neben den Vorträgen von Hildner bot der Männertag Seminare und Workshops an. Themen waren Selbstverteidigung, medizinische Trainingstherapie, Sport und Rehabilitation. Die Angebote wurden gut angenommen und führten zu offenen Diskussionen und reger Beteiligung. Die Akustik-Pop-Rock-Band „Ebenbild“ aus Nürnberg brachte ihre Lebens- und Krisenerfahrung in ihren Songs zum Ausdruck und trug mit ihren Liedern und einem geistlichen Impuls zur inhaltlichen Prägung des Tages bei. Der nächste Männertag auf der Hensoltshöhe ist für den 6. März 2027 geplant.

